Bisher dachte ich als unschuldig denkender Mensch bei dem Begriff
Killerspiele eigentlich, das wäre sowas, wie wenn ich Sibylle in einem romantischen Moment am Bauch kitzle. Das ist meistens zumindest für mich lustig. Offenbar sind die Gedankengänge von
mehreren Unions-Innenministern (der Bindestrich ist nicht notwendig, aber möglich; gesetzt habe ich ihn, weil ich sonst immer
Unsinnminister lesen will) aber etwas verworrener und vorbelasteter.
Grausame Computerspiele seien die Hauptursache für die überall zu beobachtende schulische Leistungskrise von Jungen. Die emotionale Erregung beim virtuellen Töten lösche das am Vormittag im Klassenzimmer erworbene Wissen aus.
Virtuelles Töten? Also ich weiß ja, dass Sibylle von diesen Killerspielen nicht gerade begeistert ist, aber das gleich als virtuelles Töten zu bezeichnen, das ist schon harter Tobak, wie ich finde.
Als ich in dem Alter war, dass Killerspiele meine schulischen Leistungen beeinflussen konnten, kannte ich Sibylle noch nicht. Deshalb habe ich damals nebenher Geld verdient, und zwar gar nicht so schlecht. Das hat allerdings meine Leistungen beeinflusst, schade dass ich keine Killerspiele hatte, die ich jetzt zum Vergleich heranziehen könnte.
Okay, zugegeben, ich habe früher schon mal Doom oder Doom II gespielt. Was für eine Grafik! Die Leistung der Programmierer musste man einfach würdigen. Aber ich habe seither
nie in Echt irgendwelche Tomaten mit Plasmakanonen angegriffen! Ehrlich!
In einem Punkt muss ich den Unsinnministern aber Recht geben: Bei den Spielen aus der GTA III-Reihe könnte ich ganz gut auf das Killern verzichten. Besonders bei GTA SA (der aktuellste Teil, für den ich die passende Hardware habe), aber auch bei früheren Episoden, ist meiner Meinung nach der beste Teil, dass man stundenlang mit verschiedenen Fahrzeugen, Flugzeugen und Schwimmzeugen durch die Gegend fahren kann. Bei GTA Vice City sogar mit passender Musik.
Aber
auch das mache ich deshalb noch lange nicht in Wirklichkeit. Ich habe gerade mal ein harmloses Fahrrad.