Sonntag, 30. April 2006BILDblog wird unsympathischKommentare
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hmmm... aktuell steht auf unserer startseite kein einziger typo. dafür: eine geschichte über einen fotografen, der offenbar mit verschiedenen lügen in der nachbarschaft und auch bei kindern versucht hat, ein privates foto eines unglücksopfers zu organisieren; die gesetzeswidrige vermischung von werbung und redaktion bei bild.de; die von anderen medien übernommene "bild"-falschmeldung, dass die zahl rechtsextremer straftaten abgenommen hat, obwohl sie in wahrheit heftig zugenommen hat; der fall, dass "bild" aus "klagen über" die eu (also beschwerden) "klagen gegen" die eu (also rechtsfälle) gemacht hat, was doch mehr als ein kleiner unterscheid ist etc. etc.
außerdem bezieht sich unsere rechnung nicht auf die dienste, die wir (unverlangt) geleistet haben, sondern auf die, die bild.de (nachweislich) in anspruch genommen hat, was ein kleiner, aber wichtiger unterschied ist.
Es sind nicht nur die Druckfehlerkorrekturen (auch wenn es 96 mal "Kurz Korrigiert" gibt). Der Ton ist für meinen Geschmack einfach in manchen Berichten nicht sehr sachlich. Es ist auch Geschmackssache, ob sowas gefällt; ich für mich finde eben, dass man die BILD-Redakteure nicht noch mit Gewalt durch den Schmutz ziehen muss und eine sachliche Berichterstattung über die BILD genügen sollte, um ihre Fehler aufzuzeigen. Wie gesagt, Geschmackssache. Natürlich schreibe ich hier meine Meinung und nicht die von irgendwelchen anderen Leuten, die ich vielleicht nichtmal kenne.
Was die Rechnung angeht - wie sollte die BILD denn auf Fehlerberichte reagieren? Ich finde es ganz natürlich, dass die behoben werden. Im BILDblog wird es sogar ausdrücklich verlangt. Dafür Geld zu verlangen ist sowas von weit hergeholt... aber das ist überhaupt nicht der Punkt: Es wirkt vor allem überheblich.
Komisch, gerade Ihr, die teilweise bis ins lächerliche differenziert, habt ein Verständnisproblem mit an Euch gerichteter Kritik:
- Es geht nicht um den inhaltlichen Teil Eurer Arbeit. Diesen Satz musste ich übrigends 4 x auf Golem schreiben, verstanden wurde ich noch immer nicht. Die von Dir angesprochenen Punkte sind natürlich erwähnenswert und Diskussionswürdig (auch, wenn das auf Eurer Seite leider nicht möglich ist). Doe Form ist es, die stört! Und zwar nicht "seit immer", sondern erst seit einiger Zeit. Es macht keinen Spaß, die großkotzigen Klugscheissereien zu lesen, auch wenn der Inhalt interessant ist! - Und noch eines zur Rechnung: Ich kann verstehen, dass Ihr ein wenig an der Profilierungssucht leidet, andernfalls würde keiner von Euch seine BLOG-Arbeit machen, in meinen Augen ist die Aktion aber peinlich. Nirgendwo in der Rechnung wird eine Spende erwähnt, die Reaktion von BILD finde ich klasse (obwohl ich die BILD wirklich beschissen finde), zwingt sie Euch doch zum handeln. Für mich sieht es so aus, als ob Eure Spende eine Noterfindung nach den zynischen Seitenhieben der BILD darstellt und das ist wirklich ein Schaden für Euch. Wie gesagt, Ihr werdet einfach unsympathisch. Ich lese Euch zwar noch, aber die infantil angehauchten belehrungen versuche ich zu "überhören".
natürlich kann man sowohl über unsere inhalte, als auch die form von bildblog diskutieren. mir fällt diese diskussion hier nur schwer, weil keiner von euch am konkreten beispiel diskutiert. in welchem eintrag ziehen wir die "bild"-redakteure "mit gewalt durch den schmutz"? welche formulierung genau ist eurer meinung nach eine "großkotzige klugscheißerei"? welche "belehrung" ist "infantil angehaucht"? wir sind offen für kritik, aber dafür müsste sie schon ein bisschen konkreter sein.
natürlich ist in der rechnung keine spende erwähnt. es ist eine RECHNUNG! wir sind der meinung, bild.de nutzt uns als dienstleistung und es wäre anständig, dafür zu bezahlen. was wir mit dem honorar machen, ob wir davon einen server kaufen, einen scanner, ein "bild"-zeitungs-abo oder ob wir es für einen guten zweck spenden, geht den rechnungsempfänger natürlich nichts an. unsere leser schon eher - aber das ist eine andere sache. obwohl ich auch da nochmal darauf hinweisen will, wie unsinnig der gegensatz ist, den herr fröhlich aufbaut: müssen wir uns entscheiden, ob wir geld verdienen oder für besseren journalismus kämpfen wollen? was spricht dagegen, beides zu machen? ich glaube, viele gute zeitungen zeigen, dass das überhaupt kein gegensatz sein muss.
Ich möchte meine Meinung nicht an einzelne Sätze binden, ich betreibe nicht das BILDblog-blog. Aber grundsätzlich hat sich der gesamte Schreibstil "verschlimmert". Deswegen kann ich auch nicht mal eben ein Zitat aus dem Ärmel klopfen. Allgemein gibt Ihr Euch wie Oberlehrer, die einem vermeindlich dummen Kind etwas "erklären", was jedoch nur Tarnung für "Angriff" ist. Lies doch mal Eure letzten Seiten, dass ist inhaltlich sicher alles interessant und richtig, aber die Form ist unsachlich und wirklich unangenehmer als der (mehr als unschöne) Schreibstil der BILD.
Kann es sein, dass Ihr das ganze alles zu persönlich nehmt, Euch persönlich von BILD angegriffen fühlt?! Den Eindruck habe ich mittlerweile. Und noch ein persönlicher Rat von mir: Ich würde das BILDblog nicht kommerzialisieren, damit würdet Ihr viel kaputt machen. Ihr würdet weder unaufgefordert bei Schmidt beworben werden, noch in Spiegel-Cartoons bedacht werden, ganz abgesehen von den Lesern, die auf Eure Objektivität vertrauen (die in meinen Augen jedoch schon längst sehr subjektiv ist, auch wenn ich das verstehen kann: BILD ist halt ein Indikator für Schwachsinn). Eure "Ehrenamtlichkeit" ist (noch) das sympathischste an Euch.
wir bleiben gerne "ehrenamtlich", wenn du einen vorschlag hast, wovon wir unsere miete bezahlen sollen, wenn wir viele stunden täglich in das bildblog investieren. die kommerzialisierung ermöglicht uns ja im gegenteil: gründlicher zu recherchieren, besser zu werden.
Das kann ich jetzt irgendwie nur als Scherz verstehen, korrigiere mich, wenn ich etwas falsch verstehe. Aber wer soll Euch bezahlen? Eure "Opfer"? Eure Leser?!
Und seit wann stärkt kommerzialisierung die Unabhängigkeit?! Wenn Du Geld brauchst, dann geh welches verdienen. Ich betreibe meine Internetprojekte auch für Lau.
bislang "bezahlen" uns unsere leser durch spenden. seit einigen wochen haben wir werbung und poloshirts als zusätzliche erlösquelle.
warum sollen wir unser geld nicht (teilweise) mit bildblog verdienen?
Wenn Eure "Opfer" anfangen Rechnungen für Korrekturen an Euch zu zahlen, kann einfach keine Objektivität mehr im Spiel sein. Ihr hättet dann ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Manchmal ist Anerkennung, Kritik und öffentliche Aufmerksamkeit der beste Lohn für Arbeit.
Ich meine Formulierungen wie "Aber so ein Geburtstag ist bei Springer natürlich kein Zeitpunkt, plötzlich die Faktenliebe zu entdecken" (aus "Die Top-Form der BILD am Sonntag") oder "Erstaunlich! Obwohl wir gar nicht ausdrücklich dazugeschrieben haben, wie denn die erste Zeile der britischen Nationalhymne wirklich im Originaltext heißt, ist es Bild.de gelungen, den Fehler im Anschluss an unseren Eintrag zu korrigieren." aus "Kurz korrigiert (96)" und "Die "Bild"-Zeitung nimmt das zum Anlass, ihre eigene Experimentreihe fortzusetzen, auf kleinstmöglichem Raum eine überirdisch große Zahl von Fehlern unterzubringen." aus "Außer- und Unterirdisches." Den Artikel "Deutsche verklagen Schmuddelwetter" hätte man auch als "Kurz korrigiert (97)" schreiben können, in einem Absatz anstatt in fünf. Unsachlich, von oben herab und einfach nicht mehr glaubwürdig objektiv. Dafür Geld zu verlangen, ist gleichwertig mit einem finalen Tritt in die Tonne für die Objektivität. Das ist wie, wenn die taz die Korrekturen abdrucken würde - die lese ich aber mit gutem Grund genauso wenig wie die BILD.
okay, jetzt hab ich zumindest eine vorstellung, was dich stört. und bestimmt ist nicht jede dieser formulierung glücklich.
andererseits sitzen wir wirklich immer wieder fassungslos davor, wenn wir feststellen, wie viele fehler und was für fehler in "bild" sind. wenn man schon 999 hämmer aufgeschrieben hat, kann man, glaube ich, bei 1000. nicht so tun, als gebe es die andere nicht. da muss man dann auch durch formulierungen klarmachen, wie sehr die sache aus dem ruder gelaufen ist. außerdem wäre bildblog unlesbar, wenn wir jeden eintrag in knappster und nüchterndster form aufschreiben würden: über 1000 einträge im stil von: "Bild schreibt. richtig ist." - das mag keiner aufschreiben und keiner lesen. und in jedem anderen medium stehen auch nicht nur nachrichten, sondern kommentare, glossen, kolumnen, reportagen etc. entsprechend versuchen wir, möglichst abwechslungsreich zu sein. und ist es wirklich so abwegig, wenn "bild" z.b. in einem kurzen text nicht weniger als 5 sachliche fehler unterbringt, ein bisschen herablassend zu formulieren? da arbeiten 1000 redakteure! sind die zu dumm? zu schlecht ausgebildet? zu faul? sorry, ich weiß, das klingt schon wieder herablassend, aber das ist doch einfach nicht zu glauben, dass die größte zeitung europas das nicht besser hinkriegt. (von den bewussten lügen mal ganz zu schweigen.) was die objektivität angeht: ich glaube, niemand kann 100 % objektiv sein. aber wir versuchen, unsere behauptungen durch quellen und links zu belegen - dann kann sich jeder leser sein eigenes urteil bilden. und zum schluss noch einmal der wichtige unterschied: wir haben bild.de nicht unsere korrekturen in rechnung gestellt. sondern die korrekturen, die sie übernommen haben.
Von wegen "Von der juristischen Fragwürdigkeit einer Rechnung für unverlangt geleistete Dienste will ich hier garnicht erst anfangen..."
Wenn man keine Ahnung hat... und mal nach konkludentem Verhalten googlen...
Ich bezweifle, dass das für das Lesen einer privaten Homepage und Umsetzen von Kritik gilt :)
Ich muss lupo mal zur Seite springen, kann nämlich in keinster Weise feststellen, dass das bildblog qualitativ schlechter geworden ist. Im Gegenteil, ich amüsiere mich jedes Mal über die ironischen Formulierungen und freue mich, wenn kompetenter Journalismus auf eine angenehme Schreibe trifft. Natürlich stehen bei bildblog auch ab und an weniger gravierende Ausfälle der BILD, doch versteht sich bildblog nach eigener Aussage als watchblog, das neben den Notizen über das "große Schlimme" eben auch die "kleinen Merkwürdigkeiten" aufschreibt. Dass die Fehltritte und sich daran anschließende, oft vergebliche Korrekturbemühungen von Deutschlands größter Boulevardzeitung nicht brav deutschmichelesk, sondern satirisch dargestellt werden, macht in meinen Augen den Reiz der Seite aus. Schließlich handelt es sich um die bundesdeutsche Zeitung, die am meisten gelesen wird. Die haarsträubenden Verstöße gegen wichtigste Grundlagen journalistische Arbeit, die der Journalistennachwuchs schon im Praktikum lernt, können gar nicht böse genug kommentiert werden.
Ich finde die Art von Bildblog zu schreiben auch o.k. Warum sollte man das Spiel David gegen Goliath nicht ein wenig satirisch ausschmücken? Und es wird Zeit, dieser "Zeitung" mal ihre Grenzen aufzuzeigen.
Sonst traut sich doch keiner, gegen diese "Zeitung" zu schreiben, aus Angst davor, am nächsten Tag selbst zum Gespött zu werden (siehe aus aktuellem Anlass: Heide Simonis). Man könnte zwar auch ganz sachlich schreiben, aber das würde den Erfolg des Watchblogs sicherlich nicht fürdern. Und übrigens: Warum sollte eine so eine Instutution, wie Bildblog, nicht versuchen, auf Dauer finanziell zu überleben? Das ist doch legitim. Ich glaube, wir reden doch hier nicht um Millionen, sondern um Beiträge zur Kostendeckung. Und das macht doch jede Nonprofit-Organisation auch so, selbst der kleinste Verein! Zwecks Darstellung der Unabhängigkeit ist es natürlich schon wichtig zu wissen, woher genau das Geld kommt (siehe die Diskussion um die Fremdbezüge unserer Abgeordneten).
Ich meine nur,das die hier ehrenamtlichen
Schreiber keinen Leistungsdruck wie die der professionellen Journalisten ausgesetzt sind. Die Journalisten müssen in einem gnadenlosen Konkurrenzkampf gegen andere Blätter halt immer wieder Schlagzeilen bringen um die Verkaufzahlen bei Bild zu steigern. Das sich dann einige Journalisten sich fragwürdiger Methoden bedienen um nur im Geschäft zu bleiben kann ich auch irgendwie verstehen. |
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Bei meinem Brüderchen wird gerade diskutiert, ob und wie sich das BILDblog in letzer Zeit negativ verändert hat. Auslöser dürfte die Rechnung gewesen sein, die von den Authoren des BILDblogs an die BILD gesandt wurde. Einige Leser sind wohl d...
Aufgenommen: Mai 02, 20:08