Eigentlich war der Plan ja nur, dass ich einen Roboter zum Spielen bekomme. Ein Roomba bot sich an: Nicht nur würde ich einen Spielroboter bekommen, er würde auch noch ein wenig Dreck aufsammeln. Also im Prinzip wie eine kleine, flache, runde, elektronische Katze. Und so haben wir also vor ca. einem Monat einen Roomba gekauft...
Niemand hier (also, weder Sibylle noch ich, der Kater hat sich nicht weiter Gedanken darüber gemacht) hat damit gerechnet, dass der Roomba
wirklich saugen kann. Die Saugleistung ist ja mehr mit der eines Akkusaugers zu vergleichen, und die Bürsten waren schwer einzuschätzen. Inzwischen hat sich unsere Meinung ins Gegenteil verkehrt. Nicht nur dass der Roomba nach vier Wochen ohne Saugen nur drei bis vier Anläufe gebraucht hat, um die Wohnung wieder in einen relativ sauberen Zustand zu versetzen: Mittlerweile, nach fast täglicher Benutzung über einige Wochen, ist unser Boden tatsächlich teutlich sauberer als er es je wäre, wenn wir von Hand saugen würden. Mit einer ständig Streu verteilenden Katze in der Wohnung ist das durchaus keine Kleinigkeit, aber mit den Bürsten sammelt er auch Haare und Staub aus dem Teppich auf, die wir mit unserem bürstenlosen Vampyr nicht ansatzweise entfernen könnten. Mittlerweile sind wir an einem Punkt, an dem der Boden für uns so oder so sauber aussieht, aber der Staubbehälter des Roomba immer noch nach jedem Lauf gut gefüllt ist.
Im Gegensatz zu einem normalen Staubsauger muss der Roomba allerdings deutlich öfter gereinigt werden. Genauer gesagt, eigentlich nach jeder Benutzung. Zum einen müssen die Haare von den Bürsten entfernt werden, zum anderen ist der Staubbehälter nicht übermäßig groß. Das ist aber nicht weiter problematisch: Der ganze Vorgang dauert höchstens fünf Minuten, und selbst wenn ich das jeden Tag mache, spare ich noch Zeit gegenüber wöchentlichem Saugen von Hand. Dabei habe ich außerdem den Vorteil, dass die Wohnung die ganze Zeit über sauber ist, und nicht nur Sonntags, Montags und Dienstags. Die Reinigung ansich ist auch völlig unkompliziert, da die Bürsten einfach entnommen werden können und sich leicht von Haaren befreien lassen. Kein Vergleich zu unserem Akku-Kehrer, bei dem man stundenlang schrauben kann. Man kann natürlich trotzdem den Roomba komplett auseinander schrauben, aber selbst das dauert nicht übermäßig lange, und ist auch in der Regel nicht notwendig. Mit Abstand am meisten sammelt sich an den unteren Bürsten, und für die muss nicht geschraubt werden.
Insgesamt sind wir beide völlig davon überrascht, wie gut der Roomba funktioniert. Es stellt sich heraus, dass die geringe Saugleistung ansich eigentlich zu vernachlässigen ist. Da stellt der Roomba auch tatsächlich keine Rekorde auf. Seine Saugleistung reicht gerademal dazu aus, aufgewirbelten Staub aus der Luft einzusaugen. Allerdings wirbelt er mit den Bürsten den Staub aus dem Boden so gut auf, dass das auch mit Abstand ausreicht. Wir haben zwar keine Jetpacks bekommen und leben nicht auf dem Mars, aber das mit den Robotern hat ja fast wie von den Sci-Fi-Autoren angekündigt funktioniert...