Seit einigen Tagen ist das CCC-Gutachten zur Sicherheit der bereits in Deutschland eingesetzten Wahlcomputer der holländischen Firma Nedap
online verfügbar. Einige interessante Stellen daraus:
Es gelang mit geringem Aufwand, eine praxistaugliche manipulierte Wahlsoftware zu
erstellen, die keinerlei äußere, erkennbare Merkmale der Manipulation aufweist. Die
Software ist in der Lage, Testwahlen zu erkennen und hierfür nicht manipulierte Ergebnisse
auszugeben, um so eine Entdeckung der Manipulation zu vermeiden.
Mit einem erfolgreichen Angriff gegen die Programmier- und Auswertesoftware IWS
kann das Ergebnis eines ganzen Wahlbezirks oder Wahlkreises mit geringstem Aufwand
bei leicht erhöhtem Entdeckungsrisiko manipuliert werden. Die Software läuft in der
Regel auf vollkommen ungesicherten, angreifbaren PCs mit Internet-Anbindung und
weist keine ernstzunehmenden Sicherheitsfunktionen auf.
Die Qualität beider Schlösser in puncto Sicherheit
fällt durch die Schlichtheit der Schließmechanismen in die Kategorie „Briefkasten-
Schloß“. Jedoch hat ein Briefkasten-Schloß gegenüber den NEDAP-Wahlcomputern den
Vorteil, daß nicht alle Briefkästen mit demselben Schlüssel zu öffnen sind.
Bei den Oberbürgermeisterwahlen in Cottbus wurden in der Folge der Veröffentlichung
der Manipulationsmöglichkeiten an den NEDAP-Geräten durch den Chaos Computer
Club die Wahlcomputer vor der Auslieferung in die Wahllokale zusätzlich außen mit
Plomben versehen, die einen unbefugten Zugriff verhindern sollten. Bei den Plomben
handelte es sich um Billigangebote, wie sie u. a. beim Internetdienstleister „plombe-24.de“
zu beziehen sind.
(Anmerkung: Gemeint ist wahrscheinlich
plomben-24.de.)
Es wäre
so einfach, die Probleme mit den Wahlcomputern alle auf einen Schlag zu lösen, aber man schmeißt ja lieber das Geld zum Fenster raus...