Die
Netzzeitung schreibt:
Von der Leyen rückt von Kita-Versprechen ab
Solche oder ähnliche Formulierungen findet man im Politik-Teil jeder Zeitung ja bekanntlich relativ häufig. Ich frage mich dann unweigerlich immer, ob es nicht eigentlich korrekter heißen müsste:
Von der Leyen bricht Kita-Versprechen
Oder alternativ natürlich
Von der Leyen rückt von Kita-Idee ab
Aber sie von einem Versprechen abzurücken lassen, das ist doch Schönfärberei.
In other news: Die BILD-Zeitung hat wohl einen Aufmacher, dass derzeit bei 30 Grad das ideale Fremdgehwetter herrscht. Ich habe naturgemäß nur die Überschrift gesehen, möchte aber an dieser Stelle eine kleine Korrektur anbringen: Zumindest
mir ist das viel zu warm um mich auch noch körperlich anzustrengen. Ich mache höchstens vielleicht mal mit einer anderen Sorte Eis rum.
Aber vielleicht ist das auch nur, weil ich Deutscher bin und mich grundsätzlich über irgendwas beschweren muss. In meinem Fall ist das die Sonne, die mich mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit aus tiefstem Grunde hasst, die ich seit einigen Jahren auf dem Kieker habe. Fragt man andere Deutsche, zum Bleistift Deutschlehrer bzw. zum Beispiel Mathelehrer oder zum Beischlaf Biologielehrer (ich glaube damit ist dieser Wortwitz aber auch im höchsten Grade erschöpft), könnte man z.B. Beschwerden darüber hören, wie schlecht unsere Schüler sind. Das ist auch typisch deutsch - die Briten verfolgen zum Bei... ach egal, jedenfalls eine andere Strategie. Dort plant man den Unterricht einfach so, dass immer mehr Schüler
freiwillig aus den Mathekursen auszusteigen, damit die Statistik besser aussieht. Allerdings beschweren sich darüber dann die Hochschulen:
Pupils are being discouraged from taking A-level maths as schools in England chase higher places in the league tables, scientists have claimed.
The Royal Society of Chemistry said that as maths was a difficult subject, schools feared examination failures which would threaten their standings.
Und wo ich nun gerade bei Lehrern war, offenbar gibt es nicht nur in Kansas, sondern auch in Deutschland einen guten Anteil angehender oder junger Lehrer, die an der Evolutionstheorie zweifeln oder einfach nur nicht glauben, dass Menschen und Affen verwandt sind. Dabei müsste man, um
das zu verstehen, einfach nur mal irgendein buntes Blatt lesen. Die
Süddeutsche schreibt:
Der Aussage, „ein höheres Wesen hat den Menschen im Wesentlichen in seinem jetzigen Aussehen geschaffen“ stimmten fast zehn Prozent der Biologen und 18 Prozent der Studienanfänger insgesamt zu.
Jetzt brauchen wir nur noch einen hieb- und stichfesten Beweis
für die Evolutionstheorie, und die Theisten müssen sich erklären, dass Gott eine Amöbe ist (oder meinetwegen die ersten Affen, die einen Menschen als Kind bekommen haben, irgendwo muss man die Grenze ja ziehen können :-).
Jedenfalls werden die Ergebnisse dieser Umfrage (so die Süddeutsche) erstmal auf den Einfluss der USA geschoben, wobei ich persönlich mir eigentlich ziemlich sicher bin, dass sie
hieran ausnahmsweise mal keine Schuld haben. Immerhin gibt es in Deutschland offenbar Leute, die ein Pflichtfach Ethik für einen Verstoß gegen das Grundgesetz halten. Allerdings haben sie Unrecht bekommen (sagt man das so?), das
Verfassungsgericht hat entschieden:
Die Einführung des Pflichtfaches Ethik an Berliner Schulen ist verfassungsgemäß. Das ist die Entscheidung, die das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Donnerstag bekanntgegeben hat. Die Einführung eines verbindlichen Ethikunterrrichts ohne Abmeldemöglichkeit verletzt weder die Religionsfreiheit der Schüler noch das Erziehungsrecht der Eltern.
Mit dem Beschluss bleibt die Beschwerde einer 13 jährigen Schülerin und ihrer Eltern erfolglos [...]